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SCC3: Protokolle lesen und typische Fehler bei der Mandantenkopie
Bricht eine Mandantenkopie ab oder endet sie mit Fehlern, ist SCC3 die erste Anlaufstelle. Hier lesen Sie, wie Sie ein Kopierprotokoll in SCC3 lesen, welche Fehler typisch sind und wie Sie eine abgebrochene Mandantenkopie wieder aufnehmen, statt von vorn zu beginnen.
Was SCC3 zeigt
Die Transaktion SCC3 („Protokolle kopieren“) listet die Läufe der Mandantenwerkzeuge mit Status und Protokoll. Wie sie aussieht, hängt davon ab, mit welchen Werkzeugen Sie kopieren:
- Klassische Werkzeuge (bis SAP_BASIS 7.53): SCC3 zeigt die Kopien, bei denen der Anmeldemandant das Ziel war. Pro Lauf gibt es eine Zusammenfassung mit Kopiertyp, Profil, Status, Benutzer, den Tabellen mit Kopierproblemen und einer Statistik. Über „Details“ kommen Laufzeiten und Satzzahlen je Tabelle und die verwendeten Exit-Programme dazu, über „Dateiprotokoll“ das Originalprotokoll im Dateisystem.
- Neue Werkzeuge (ab SAP_BASIS 7.54): Das Protokoll liegt in Datenbanktabellen statt in Dateien. Die Startseite hat Registerkarten: „Aktive Prozesse“ für laufende Kopien, die „Mandantenübersicht“, eine „Zeitleistenansicht“ aller Aktionen und je eine Registerkarte für lokale Kopien, Remote-Kopien, Löschungen, Exporte, Importe, Kopien per Transport und Vergleiche.
Das neue Protokoll können Sie auf Ihren Rechner herunterladen, etwa zur Dokumentation des Refreshs. Was sich mit SCCLN, SCC9N und SCC1N sonst geändert hat, zeigt der Artikel Neue Mandantenkopie-Tools in S/4HANA. Einen Überblick über alle Transaktionen finden Sie im Grundlagenartikel SAP-Mandantenkopie.
Ein SCC3-Protokoll lesen: Status, Tabellen, Meldungen
Ein Doppelklick auf einen Lauf öffnet bei den neuen Werkzeugen das Detailprotokoll. Gehen Sie es in dieser Reihenfolge durch:
- Kopf und Status. Ausführungsmodus, Profil, Quell- und Zielmandant, Exit-Status und Gesamtstatus. Hier sehen Sie, ob der Lauf sauber, mit Fehlern oder gar nicht zu Ende gekommen ist. Prüfen Sie auch den Modus: Ein Testlauf schreibt keine Daten.
- Optionen. Alle Einstellungen vom Selektionsbild, etwa Profil, parallele Prozesse, Sperren und tolerierte Fehler. Diese Angaben brauchen Sie, wenn Sie den Lauf mit denselben Einstellungen wiederholen.
- Tabellenstatistik. Zahl der geleerten, gelöschten und kopierten Tabellen und Sätze. Übersprungene Tabellen sind kein Fehler: Das Werkzeug lässt leere und seit der letzten Kopie unveränderte Tabellen bewusst aus.
- Meldungen. Die allgemeinen Meldungen des Kopierwerkzeugs und getrennt davon die Meldungen der Anwendungs-Exits. Ein Fehler im Exit stammt aus der jeweiligen Anwendung, nicht aus dem Kopierwerkzeug.
- Tabellen und Pakete. Die Liste der verarbeiteten Tabellen zeigt während des Laufs den Fortschritt. Eine weitere Liste zeigt, welche Tabellen Logik oder Exits ein- oder ausgeschlossen haben. Große Tabellen sind in Pakete zerlegt, und Sie sehen, welches Paket in welchem Prozess steckt.
Nicht jede Warnung ist ein Problem. Entscheidend sind der Gesamtstatus, fehlgeschlagene Tabellen und Exits mit Fehlerstatus. Wurden in den Optionen fehlgeschlagene Tabellen oder Exits toleriert, läuft die Kopie trotz Fehlern zu Ende. Die betroffenen Tabellen stehen dann im Protokoll, und Sie müssen sie gezielt nacharbeiten. Prüfen Sie deshalb auch nach einem scheinbar erfolgreichen Lauf die Liste der fehlgeschlagenen Tabellen.
Typische Fehler bei der Mandantenkopie und ihre Ursachen
Eine Mandantenkopie bewegt große Datenmengen und beansprucht Datenbank, Prozesse und Speicher stark. Hinter vielen Abbrüchen und Warnungen steckt eine dieser Ursachen:
| Symptom | Typische Ursache | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Schreibfehler im Zielmandanten | Meist fehlender Platz in der Datenbank, seltener gleichzeitige Arbeit im Zielmandanten | Im Systemlog (SM21) die Ursache suchen, Platz schaffen, Kopie wiederholen. Den Zielmandanten vorher zu löschen ist nicht nötig. |
| Abbruch mit Kurzdump wegen Speicher | Sehr große Tabellen überschreiten Speichergrenzen in ABAP oder HANA | Dump in ST22 auswerten. Große Tabellen aufteilen lassen, damit sie in kleineren Paketen kopiert werden. |
| Abbruch in einem Exit | Fehler im Exit-Programm einer Anwendung, nicht im Kopierwerkzeug | Exit-Meldungen in SCC3 und Dump in ST22 prüfen, bei den klassischen Werkzeugen mit dem Report RSCCPROT. Nach SAP-Hinweisen zur betroffenen Anwendung suchen. |
| Tabellen fehlen nach der Remote-Kopie | Unterschiedliche Tabellenstrukturen in Quelle und Ziel, meist durch verschiedene Release- oder Support-Package-Stände. Inkompatible Tabellen werden ausgeschlossen, die Kopie läuft weiter. | Remote-Kopie zuerst im Testmodus starten und das Protokoll prüfen. Stände angleichen. Die Option für inkompatible Tabellen nimmt Datenverlust in Kauf. |
| Remote-Kopie scheitert am Zugriff auf das Quellsystem | RFC-Destination fehlerhaft oder Berechtigungen des RFC-Benutzers im Quellmandanten unvollständig | Destination in SM59 testen. Der RFC-Benutzer braucht S_TABU_RFC, für Exits im Quellsystem zusätzlich S_CLNT_EXI. |
| Lauf wird langsam oder bleibt hängen | Sperren durch Benutzer oder Jobs, auch aus einem dritten Mandanten desselben Systems, oder zu wenige freie Prozesse | In SM50 und SM66 prüfen, woran die Prozesse arbeiten. Benutzer per Systemnachricht (SM02) informieren und in SM04 kontrollieren, dass niemand angemeldet ist. |
| Abbruch beim Start im Vordergrund | Laufzeitgrenze für Dialogprozesse. Parallele Prozesse nutzen auch bei Hintergrundstart Dialogprozesse. | Im Hintergrund oder als Aufgabenliste starten. Bei Bedarf den Timeout per Profilparameter erhöhen, wie in der SAP-Hilfe beschrieben. |
| SCC3 zeigt „abgebrochen“, der Export läuft aber | Der Mandantenexport läuft asynchron über die Transportwerkzeuge. Je nach Release zeigt SCC3 in dieser Zeit keinen oder einen falschen Status. | Exportprotokoll des Auftrags <SID>KT<Nr> in SE01 prüfen. Bis zum Ende des Exports kein anderes Kopierwerkzeug starten. |
Weitere Transaktionen für die Fehleranalyse
SCC3 zeigt, was das Kopierwerkzeug weiß. Bei unklaren Abbrüchen empfiehlt SAP, zusätzlich diese Stellen zu prüfen:
SM21(Systemlog): Datenbankfehler, Platzprobleme, abgebrochene Prozesse. Meldungen wie „Syn. MC-Pflege vollständig abgeschaltet“ oder „Puffer TABL/TABLP zurückgesetzt“ sind laut SAP kein Fehler, sondern gehören zur Kopie.ST22(Dumpanalyse): Laufzeitfehler in Kopierprozessen und Exits.SM37(Jobübersicht): Status und Joblog des Kopierjobs. Läuft die Kopie als Aufgabenliste, zeigtSTC02zusätzlich den Status des Aufgabenlistenlaufs.SM50undSM66: welche Prozesse gerade woran arbeiten, auf einem oder auf allen Applikationsservern.SP01oderSP02: Spool-Ausgaben des Kopierjobs.SE01: Protokolle der Exportaufträge beim Mandantentransport.
Weitere Hinweise zur Fehleranalyse sammelt SAP im Hinweis 22514. Hilfreich ist bei den klassischen Werkzeugen auch die View V_CCCFLOW: Sie enthält unter anderem Laufzeit, Status, die Zahl der kopierten Tabellen und die Tabelle, die gerade kopiert wird.
Mandantenkopie abgebrochen: Restart statt Neustart
Bricht eine Kopie aus technischen Gründen ab, etwa durch einen Datenbank-Shutdown, müssen Sie nicht von vorn beginnen. SAP sieht einen Restart mit denselben Einstellungen vor. Dabei laufen alle Exits erneut. Bereits kopierte Tabellen werden übersprungen, wenn sie unverändert sind. Eine nur teilweise kopierte Tabelle setzt die Kopie nicht fort, sondern initialisiert sie und kopiert sie vollständig neu.
Die klassischen Werkzeuge schlagen den Restart-Modus beim nächsten Aufruf der Transaktion automatisch vor und übernehmen die Parameter. Alternativ lässt sich der Lauf komplett neu starten. Bei den neuen Werkzeugen hilft zusätzlich der Optimierer, der unveränderte Tabellen auslässt. So gehen Sie vor:
- Ursache beheben. Systemlog, Dumps und Joblog auswerten und vor allem Datenbankprobleme beseitigen. Sonst bricht der Restart an derselben Stelle wieder ab.
- Laufende Prozesse prüfen. In SCC3 unter den aktiven Prozessen sowie in SM50 und SM66 sicherstellen, dass vom alten Lauf nichts mehr arbeitet.
- Restart oder Neustart wählen. Liegt der Abbruch nicht lange zurück, ist der Restart mit denselben Einstellungen der vorgesehene Weg. Wurde im Quellmandanten inzwischen gearbeitet, erwägen Sie einen kompletten Neustart.
- Ergebnis prüfen. Nach dem Lauf in SCC3 Gesamtstatus, fehlgeschlagene Tabellen und Exit-Meldungen kontrollieren. Bei den klassischen Werkzeugen lassen sich Tabellen mit Kopierproblemen über „Fehler nachkopieren“ gezielt erneut kopieren.
Je kürzer eine Kopie läuft, desto kleiner ist das Zeitfenster, in dem etwas schiefgehen kann. Wie Sie die Laufzeit verkürzen, zeigt der Artikel Mandantenkopie beschleunigen.
Fehlern vorbeugen: Checkliste vor dem Start
- Testlauf starten: Das Protokoll zeigt den Umfang, den Platzbedarf in MB und bei Remote-Kopien inkompatible Tabellen. Der Platzbedarf ist nur eine Schätzung.
- Bei den neuen Werkzeugen die Mandantengröße vorab mit SCC_CLIENT_SIZE schätzen
- Bei Remote-Kopien Release- und Support-Package-Stände von Quelle und Ziel vergleichen
- Bei den neuen Werkzeugen die Kopie aus einem unbeteiligten Mandanten starten, im Hintergrund oder als Aufgabenliste
- Quell- und Zielmandant sperren, eine Systemnachricht in SM02 einstellen und in SM04 prüfen, wer noch angemeldet ist
- Parallele Prozesse realistisch planen: Die Ressourcenverwaltung teilt der Kopie unter Umständen weniger Prozesse zu als eingestellt
- Denselben Mandanten nie gleichzeitig als Quelle mehrerer Kopien oder Mandantentransporte verwenden
Arbeitspakete statt Neustart von vorn
Die Standard-Mandantenkopie setzt nach einem Abbruch tabellenweise wieder auf. Die angefangene Tabelle wird neu kopiert, die Exits laufen erneut, und die Analyse verteilt sich auf SCC3, SM21, ST22 und SM37. Bei großen Tabellen und voller Historie kann das viel Zeit im Downtime-Fenster kosten.
Der Data Refresh Operator zerlegt Export und Import in atomare Arbeitspakete. Auf dieser Ebene lässt sich ein Lauf pausieren und fortsetzen. SHA-256-Prüfsummen und ein Manifest dokumentieren den Export, eine Simulation zeigt den Umfang vorab, und ein Audit-Trail hält fest, was passiert ist. Weil DRO nur eine Zeitscheibe plus alle abhängigen Objekte kopiert, ist die Datenmenge von vornherein kleiner.
- 3–5×
- schneller als eine Vollkopie, in der Praxis
Praxiswert, keine Garantie. Je nach System, Zeitraum und Ausnahmelisten kann der Vorteil auch deutlich größer sein. DRO läuft ab SAP S/4HANA 2023.
DRO ersetzt die Mandantenkopie, nicht die Systemkopie. Wo die Standardwerkzeuge an ihre Grenzen stoßen, zeigt der Abschnitt Grenzen der Standard-Mandantenkopie.
Quellen
- SAP-Hilfe: Protokolle kopieren (SCC3, ABAP Platform)
- SAP-Hilfe: Mandantenkopie neu starten (Restart)
- SAP-Hilfe: Fehlerbehandlung beim Kopieren und Transportieren von Mandanten (SAP NetWeaver 7.3)
- SAP Learning: Client Copy and Client Transport Tools (englisch)
- SAP Community: New Client Copy Tool (Dominik Ofenloch, SAP, englisch)
- SAP-Hinweis 22514: CC-INFO: Error analysis for client copy (SAP-Support-Portal, Anmeldung nötig)